Auf Kreu(T)zfahrt im Mittelmeer

"Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön…" - so lautete unser Motto vom 18. bis 25. Juli 2004:
der Musikverein Deutschkreutz auf hoher See - eine Mittelmeer-KreuTzfahrt. Eine traumhafte Reise mit allen bekannten Klischees, die Realität wurden. Doch der Reihe nach:

Das Reisebüro Pipal hat uns die Chance geboten, während einer erholsamen Schiffsreise auch unser musikalisches Können unter Beweis zu stellen, und so kam es, dass sich rund 20 Musikerinnen und Musiker samt ihren Familien zu einer 52-köpfigen Reisegruppe formierte, die Auszog, um auf den Wellen des sommerlichen Mittelmeers "das Tuten und Blasen" zu praktizieren.

Nach 3 Wochen intensiver Vorbereitungszeit - schließlich musste ein "seetaugliches" Programm einstudiert werden - bestiegen wir in den frühen Morgenstunden des 18. Juli den Bus der Firma Blaguss, mit welchem uns Musikerkollege Johann "Taler" Heinrich sicher und wohlbehalten nach Venedig brachte.

In Venedig im Hafen angekommen, hatten wir zunächst die "Check-in-Prozedur" zu bestehen. Wie immer, wenn wir mit einem Haufen Musikinstrumente auf Reisen sind, ist das eine etwas "spannende" Aufgabe - aufgrund der perfekten Organisation von Herrn Gottscholy vom Reisebüro Pipal jedoch diesmal ohne Schwierigkeiten. Kaum hatte der Bus geparkt, waren wir auch schon umzingelt von emsigen Gepäckträgern, die den ganzen Krempel samt unseren Koffern auf Wägen verluden (ähnlich wie auf einem Flughafen) und futsch war das ganze Zeug. Kein Kofferschleppen also.

Ab ging’s dann zum Check-in-Schalter, wo wir jeder eine Bordkarte im Scheckkarten-Format erhielten, welche 2 wichtige grundlegende Funktionen hatte. Zum einen diente diese Karte als Ausweis auf dem Schiff (d.h. wenn jemand das Schiff verlassen wollte, war dies nur mit dieser Karte möglich, beim Einsteigen detto; irgendwie müssen die ja wissen, wer von den Passagieren noch alles d’raußen frei herumläuft). Zum anderen - was teilweise ja noch viel wichtiger war - diente diese Karte als Zahlungsmittel an Bord, will heißen: alle Ausgaben an Bord (vor allem die Getränke, da ja die Speisen inkludiert waren) mussten mit dieser Karte bezahlt werden; tja, was soll man sagen: wir hüteten sie wie einen Augapfel, denn Durst leiden wollte keiner von uns...

Als wir das riesengroße Schiff sahen, blieb einigen von uns zunächst einmal sprichwörtlich "die Spucke weg". Wir haben uns ja vor Reiseantritt dementsprechend "vorgebildet" und fleißig die "Traumschiff"-Filme angesehen, aber die Realität sah dann doch noch gewaltiger aus als das "Schiffchen" aus dem Fernsehen. Kein Wunder, während das Fernseh-Traumschiff doch schon einige Jahre "auf dem Buckel" hat, war unser "Dampfer", die "MSC Lirica", ein niegel-nagel-neues Schiff, dass erst seit April 2003 im Einsatz ist und daher dementsprechend den trendigen Zeitgeist "groß - größerer - am größten" bzw. "schön - schöner - am schönsten" repräsentiert. "Was, da sollen wir rauf?" machte die Runde. Gut 1.800 Passagiere (also ca. halb so viel, wie Deutschkreutz Einwohner hat) wurde von einer 900-köpfigen Mannschaft betreut, und dieses Verhältnis 2:1 lässt schon leicht darauf schießen, welch "komfortabler Betreuung" wir ausgesetzt waren.

Beim Betreten des Schiffes über die Gangway wurden wir vom Personal höflich begrüßt und auf unsere Kabinen (jede mit eigenem Bad, WC und Satelliten-Fernsehen) gebracht. Die Koffer wurden selbstverständlich "frei Kajüte" geliefert, und so hatten wir gleich zu Beginn die Möglichkeit, uns auf "Kreuzfahrtsschifferkundungstour" zu begeben.

Es gab unter anderem: 4 Restaurants, 11 Lounges, Bars und Pubs, eine Shopping-Area, ein Sonnendeck, 2 Swimming-Pools, 2 Whirl-Pools, ein riesiges Theater mit 600 bequemen Sitzplätzen, ein Kasino, ein Internet-Cafe, eine Discothek, einen Minigolfplatz, usw.

Na ja, von Langeweile also keine Spur. Pausenlos tat sich etwas, und das 20-köpfige Animationsteam sorgte dafür, dass ständig jede Menge Spaß und Action herrschte.

Als das Schiff dann endlich ablegte, hatten wir schon die wichtigsten Ecken ausgekundschaftet und standen an Deck, um das erste "Auslaufen" hautnah miterleben zu können.

Während die Mahlzeiten unter Tags wahlweise in einem der vier Restaurants eingenommen werden konnten, so wurde für das Abendessen jedem Passagier ein fixer Platz und eine fixe Uhrzeit zugewiesen. Wir waren für das Abendessen um 19:00 Uhr eingeteilt, im "Fachjargon" nannte man dies die "1. Sitzung". Man hatte dann zwei Stunden Zeit, um aus einer zweiseitigen Speisekarte die herrlichsten Leckereien "rauf und runter" zu bestellen - wer noch konnte, denn zuvor hatten wir ja schon (jeweils in sehr "ausreichenden Mengen") Frühstück, Mittagessen und Nachmittagsjause genossen, und beim Abendessen wollten wir noch unbedingt "Platz lassen" für das Mitternachts-Buffet, welches am Oberdeck angerichtet wurde und jeden Abend unter einem anderen Motto stand.

Nach dem Abendessen nahmen viele die Gelegenheit war, im Theater, welches im vordersten Teil des Schiffes untergebracht war und mehrere "Stockwerke" in Anspruch nahm, zu besuchen. Jeden Abend gab neue Shows, bei denen verschiedene Künstler und Sänger auftraten. So genossen wir eine fantastische "Welcome-Show", eine unglaubliche Magier-Show, einen spanischen Flamenco-Abend, chinesische Akrobatik, orientalische Balletteinlagen, eine italienische Show mit wunderbaren italienischen Liedern, eine französische Show mit dem Titel "Le Moulin de Pigalle" (oh la la !) und vieles mehr.

Nach der Abendshow - wie bereits erwähnt: das Mitternachtsbuffet auf dem Oberdeck, bei dem es tatsächlich einige von uns noch fertig brachten, den einen oder anderen Happen zu sich zu nehmen. Wer dann noch konnte, ließ den Abend in einer der zahlreichen Bars (in angenehmer Atmosphäre bei Pianomusik), im Kasino (einige von uns konnten tatsächlich ihre Reisekasse aufbessern) oder in der Discothek (mit dem üblichen "tum-tum-tum") ausklingen.

Beim Kapitänsempfang (siehe auch Foto) hatten wir die Gelegenheit, bei einem Cocktail in gemütlicher Atmosphäre den "Chauffeur" kennen zu lernen und mit ihm zu plaudern bzw. die Damen konnten sogar ein Tänzchen mit ihm wagen. Normalerweise seit 11/9 nicht möglich, aber für uns eine Ausnahme: der Besuch auf der "Brücke", dem "Führer-Standl" des Kapitäns. Eindrucksvoll konnten wir beobachten, wie ein Schiff dieser Größe gesteuert wird - eigentlich ganz Simpel und nicht viel anders als eine Fähre auf dem Neusiedler See, nur halt ein bisschen stärkere Motoren (4 Motoren zu je 10.000 PS) und ein bisschen eine ausgefeiltere Computer-Technik (in Wahrheit fährt der Computer und steuert auch die sonstigen Abäufe, der Mensch ist nur mehr da, um das ganze zu überwachen).

Folgende Häfen wurden im Laufe der 7-tägigen Reise angelaufen:

Dubrovnik (Kroatien) - eine wunderschöne mittelalterliche Stadt, die nach den Kriegswirren der vergangenen Jahre wieder aufgeblüht ist. Da hier unser Schiff aufgrund seiner Größe nicht direkt im Hafen anlegen konnte, wurden wir mit Booten an Land gebracht.

Bari (Italien) - hier konnten wir jedoch nicht aussteigen, sondern es stiegen nur Passagiere zu.

Korfu (Griechenland) - es gab die Möglichkeit, den "Achilleion-Palast" zu besichtigen, welchen die Kaiserin Sissi als "Sommerresidenz" errichten ließ. Wer wollte, konnte auf den "kulturellen Trubel" verzichten und an einem der wunderbaren Strände auf Korfu schwimmen gehen.

Kusadasi (Türkei) - Möglichkeit, die Ausgrabungsstätten von Ephesus (ca. 20 km im Landesinneren) zu besuchen (Ephesus ist "bekannt" aus dem "Brief an die Epheser" des Apostel Paulus im Neuen Testament"). In der Hafenstadt Kusadasi hatten wir die Möglichkeit, ganz den Gepflogenheiten entsprechend durch "wildes Handeln" das eine oder andere "Schnäppchen" zu erstehen. Besonders Leder- und Goldwaren in ausgezeichneter Qualität sind das Markenzeichen dieser Stadt, aber auch echte handgeknüpfte Teppiche und anderes Kunsthandwerk.

Rhodos (Griechenland) - wer nicht an die nahen Strände baden gehen wollte, hatte die Gelegenheit, die malerische Altstadt von Rhodos zu erkunden. Weiters bestand die Möglichkeit, Lindos mit der Akropolis zu besuchen - der Aufstieg war zwar beschwerlich, doch die Sicht über die Insel mit ihren blauen Buchten entschädigte für diese Mühen.

Katakolon (Griechenland) - der Hafen ist so gebaut, dass das Schiff wahrlich "in der Ortsmitte" von Katakolon anlegen konnte. Ein fast träumerisches Fischerdorf mit kleinen Geschäften, Bars und Restaurants. Ca. 40 km im Landesinneren befindet sich das antike "Olympia", die historische Stätte der antiken olympischen Spiele, welche ursprünglich dort ihren Ausgang gefunden hatten und die wir auch besuchen konnten. Zwar noch einer von diesen "zahllosen Steinhaufen", die man in ganz Griechenland gefunden, ausgegraben und Touristen zugänglich gemacht hat, aber überwältigend war es schon, sich auf diesen geschichtsträchtigen Ruinen zu bewegen und andächtig genau vor der Stelle die Augen zu schließen, an welcher von jeher das olympische Feuer entzündet wurde.

Ach ja, wie in der Einleitung dieses Berichtes erwähnt, auch "das Tuten und Blasen" wurde betrieben, und zwar am Mittwoch Vormittag bei einem Frühschoppen in der luxuriösen Lirica-Lounge. Sehr zahlreich hat das vor allem deutschsprachige Publikum die Möglichkeit angenommen, unter dem Motto "Blasmusik auf hoher See" einen vergnüglichen Vormittag bei Tanz und guter Stimmung zu verbringen. Etwas stärkerer Seegang an diesem Vormittag hat dazu geführt, dass einige unserer Musiker die Seekrankheit überfiel - aber keine Sorge, dagegen gibt es Tabletten. Und tatsächlich hat so mancher von uns sicherheitshalber auf sein Frühschoppen-Bier verzichtet (bzw. verzichten müssen) und statt dessen ein "aqua minerale" zu sich genommen.

Den sechsten Tag (Samstag) verbrachten wir "auf hoher See", und da unsere Musik am vorangegangenen Mittwoch so gut angenommen wurde, entschlossen wir uns kurzerhand, auch an diesem Tag am Nachmittag "aufzugeigen" - wiederum bestens besucht und jede Menge Spaß für das begeisterte Publikum.

Tja, die Zeiten zwischen den Mahlzeiten, Ausflügen und Auftritten wurden hauptsächlich am Oberdeck an den Swimming-Pools (bzw. an der Pool-Bar) verbracht, und nach sieben traumhaften Tagen lief das Schiff am 25. Juli wiederum im Hafen von Venedig ein, wobei wir diesmal das Glück hatten, dass eine solche Route gewählt wurde, wo wir direkt an der Altstadt von Venedig vorbei fuhren und uns frühmorgens um 6:00 Uhr eindrucksvolle und imposante Blicke auf den Markusplatz, den "Canale Grande" und die restliche Altstadt mit ihren zahlreichen Kanälen möglich waren, da das Schiff wirklich nur einen sprichwörtlichen "Steinwurf" davon entfernt vorbei fuhr.

Auch das Auschecken mit unserem Gepäck (Koffer, Trommeln und "Dudeln") war problemlos und bestens organisiert, und so fanden wir vor der Hafenstation vereinbarungsgemäß den Blaguss-Bus, welcher uns wohlbehalten wieder nach Deutsckreutz zurück brachte. Eine wahrlich traumhafte Reise ging zu Ende, und wenn uns wer fragt, wie’s denn war, dann können wir nur sagen: "Wie im Fernsehen!".

Kontakt für Ihre Traumreise:
Austrian Music Management
Hans-Peter Hahn: 0676 - 513 71 01

Fotos von unseren Traumreise finden Sie in der Fotogalerie